Welche offenen Immobilienfonds sind momentan geschlossen?
Freitag, 31. Oktober 2008 11:30
Derzeit sind folgende offene Immobilienfonds geschlossen:
- KanAm US-grundinvest Fonds
Schließung 27. Oktober 2008 für vorerst drei Monate - AXA Immoselect
Schließung 27. Oktober 2008 für vorerst drei Monate - TMW Immobilien Weltfonds
Schließung 28. Oktober 2008 für vorerst drei Monate - KanAm grundinvest Fonds
Schließung 28. Oktober 2008 für vorerst drei Monate - DJE Real Estate P
Schließung 28. Oktober 2008 17.00 Uhr bis auf weiteres - UBS (D) Euroinvest Immobilien
Schließung 28. Oktober 2008 für mindestens sechs Monate - SEB ImmoInvest
Schließung 29. Oktober 2008 für vorerst drei Monate - CS Euroreal A EUR
Schließung 29. Oktober 2008 für mindestens drei Monate - CS EUROREAL A CHF
Schließung 29. Oktober 2008 für mindestens drei Monate - Morgan Stanley P2 Value
Schließung 30. Oktober 2008 für vorerst drei Monate - UBS (D) 3 Kontinente Immobilien
Schließung 30. Oktober 2008 für mindestens sechs Monate - DEGI International
Schließung 30. Oktober 2008 für mindestens drei Monate - DEGI Europa
Schließung 30. Oktober 2008 für mindestens drei Monate
Wie verhalten sich die anderen offenen Immobilienfonds?
Derzeit kann darüber nur spekuliert werden. Realistischerweise ist zu erwarten, dass nur solche offene Immobilienfonds offen bleiben die weinige oder nur geringe Investoren aus dem Bankenumfeld (institutionelle Investoren) haben.
Warum setzen offene Immobilienfonds ihre Anteilsrückgaben aus?
Offene Immobilienfonds sind in der Regel täglich handelbar. Die Fonds investieren die Einlagen ihrer Anleger allerdings langfristig in Immobilien. Kommt es nun, aus welchen Gründen auch immer, zur Rückgabe von Fondsanteilen, können diese Rückgaben in der Regel aus der Liquiditätsreserve der Fonds bedient werden. Da aber der Auftrag für die Fondsgesellschaften ist, Mittel überwiegend in Immobilien zu investieren, haben fortgesetzte massive Anteilsrückgaben zur Folge, dass zur Bedienung irgendwann Immobilien aus dem Bestand verkauft werden müssten. Immobilien sind jedoch nicht kurzfristig liquidierbar und hoher Verkaufsdruck – noch dazu in schwierigen Marktphasen – hätte zur Folge, dass ein Verkauf nur mit deutlichen Preisabschlägen realisiert werden könnte. Das ist nicht im Interesse des Anlegers. Zum Schutze des Anlegers sieht der Gesetzgeber deshalb die Möglichkeit zur Aussetzung von Anteilsrückgaben vor. Die gesetzliche Frist von zwei Jahren kann hier maximal in Anspruch genommen werden.
Was bzw. wer hat die vorübergehende Schießung der offenen Immobilienfonds verursacht?
Derzeit sind viele Investoren in allen Wertpapieranlageklassen verunsichert. Insbesondere Investoren aus dem Bankenumfeld benötigen momentan Liquidität und verkaufen alle mittel – langfristigen Kapitalanlagen. Die Qualität der Kapitalanlagen ist für Ihre Entscheidung derzeit oftmals nicht von Bedeutung.
Die fundamentale Situation der offenen Immobilienfonds:
Die Vermietungsquoten der offenen Immobilienfonds sind sehr hoch, sehr oft >95 %. Auch die Einnahmesituation ist sehr stabil. Durch die breite Streuung der Portfolios sind Einzelrisiken weitestgehend minimiert. Die Fondsimmobilien sind weiterhin vermietet und erzielen konstante Mieteinnahmen. Die Mietverträge haben hohe durchschnittliche Restlaufzeiten. Die Wertermittlung der Immobilienpreise wird durch den Rückgabestopp nicht beeinflusst.
Aussetzung der Anteilsrückgabe – Auswirkungen für den Anleger:
Direkte Folge für den Anleger ist, dass Anteilsrückgaben derzeit nicht möglich sind. Sehr wichtig: Das Sondervermögen bleibt unbeschadet und gehört den Anlegern. Die tägliche Preisfeststellung und Fortschreibung des Anteilpreises bleibt bestehen.
Gibt es Auswege für den verkaufswilligen Anleger?
Der derzeitig einzig mögliche Ausweg für verkaufswillige Anleger ist die Veräußerung der Fondsanteile über die Wertpapierbörsen Hamburg (Fondsbörse Deutschland) oder Frankfurt. Allerdings wird der an den Börsen erzielte Anteilspreis in den meisten Fällen unterhalb des Rücknahmepreises der Investmentgesellschaft liegen. Preisabschläge von 5-10% sind hier zu erwarten. Diese Preisabschläge beeinflussen den täglichen NAV (Fondsvermögen) der Fondsgesellschaft nicht. Es handelt sich um liquiditätsgetriebene Preisabschläge.
Was passiert mit Auszahlplänen?
Sämtliche Auszahlpläne werden voraussichtlich zum nächsten Fälligkeitstermin gestoppt. Sie können erst wieder nach Öffnung der Fonds weitergeführt werden.
Kann man weiterhin in offene Immobilienfonds investieren, ist das sinnvoll?
Einzahlungen sind weiterhin jederzeit möglich, sowohl als Einmalanlagen als auch als Sparplan. An der fundamentalen Situation der offenen Immobilienfonds hat sich nichts geändert. Die Assetklasse der offenen Immobilienfonds besteht seit den frühen 70er Jahren und hat seitdem alle Krisen und Immobilienkrisen gemeistert. Um das Risiko einer Fondsschließung zukünftig zu vermeiden empfehlen sich als Investmentvehikel auch Dachfonds mit verschiedenen offenen Immobilienfonds und weiteren defensiven Strategien.
Thema: Fonds-News, offene Immobilienfonds | Kommentare (1) | Autor: admin