Abgeltungsteuer: ausschüttende oder thesaurierende Fonds wählen?
In den letzten Tagen haben wir vermehrt Anfragen zu Investmentfonds in Verbindung mit der neuen Abgeltungsteuer, welche Ausschüttungsart bei Anlagen in Fonds besser sei.
Die Ausschüttungsart kann bei Fonds folgendermaßen sein:
Grundsätzlich muss immer unterschieden werden, ob es sich um einen inländischen Fonds (ISIN beginnt mit DE) oder um einen ausländischen Fonds handelt (ISIN beginnt nicht mit DE). Die Besonderheit bei ausländischen Fonds: Zinsen und Dividenden müssen bei der Einkommensteuererklärung veranlagt werden, wenn diese thesauriert wurden. Einen Unterschied gibt es auch bei der Verwahrung der Anteile: im Inland oder im Ausland. Da wir nur inländische Depots anbieten, gehen wir nur auf die Verwahrung von Fondsanteilen im Inland ein.
Sofortige Abgeltungsteuer fällt bei inländischen Fonds an auf:
- ausgeschüttete Zinsen
- thesaurierte Zinsen
- ausgeschüttete inländische Dividenden
- thesaurierte inländische Dividenden
- ausgeschüttete ausländische Dividenden
- thesaurierte ausländische Dividenden
Sofortige Abgeltungsteuer fällt bei ausländischen Fonds an auf:
- ausgeschüttete Zinsen
- ausgeschüttete inländische Dividenden
- ausgeschüttete ausländische Dividenden
Veranlagung zum Abgeltungsteuer erfolgt bei ausländischen Fonds auf:
- thesaurierte Zinsen
- thesaurierte inländische Dividenden
- thesaurierte ausländische Dividenden
Die Frage ist nun: Welche Ausschüttungsvariante ist die bessere Wahl?
Beide Varianten haben Vorteile.
Bei der ausschüttenden Variante wird die Ausschüttung immer mit der Abgeltungsteuer belegt. Durch die Ausschüttung erhalten Sie neue Anteile in Ihr Depot eingebucht bzw. erhalten eine Gutschrift auf Ihr Konto (z.B. auf das Depotkonto bei der DAB bank oder der comdirect bank). Der Nachteil bei einer Ausschüttung ist, das Anteilsverkäufe immer mit der FIFO-Methode erfolgen. Bei einem Verkauf wird durch die FIFO-Methode immer nach dem fist-in-first-out-Prinzip gehandelt. Da die Ausschüttungsbuchung die letzte Anteilsbuchung war, werden immer die ältesten Anteile als erstes ausgebucht (steuerfreie Anteile werden evtl. zu erst verkauft).
Bei der thesaurierenden Variante ist es so, dass je nach Domizil des Fonds (inländisch oder ausländisch) die Zinsen und Dividenden unterschiedlich behandelt werden. Bei einem inländischen Fonds werden alle Thesaurierungen mit der Abgeltungsteuer belegt. Bei ausländischen Fonds müssen Sie die Zinsen und Dividenden mit dem Abgeltungsteuersatz veranlagen lassen (erfolgt bei der Einkommensteuererklärung in Verbindung mit einer Bescheinigung der Depotbank).